Sprachentwicklungsstörungen bei mehrsprachigen Kindern

Kinder, die mit zwei oder mehreren Sprachen groß werden, haben kein erhöhtes Risiko für eine Sprachentwicklungsstörung als einsprachige Kinder. In manchen Fällen dauert es jedoch länger, bis das Problem erkannt wird, weil z. B. eine Diagnostik nicht in der Muttersprache durchgeführt werden kann oder der verlangsamte Erwerb der Zweitsprache mit mangelndem Sprachkontakt erklärt wird.

Sprachentwicklungsstörungen (SES) betreffen immer beide/alle Sprachen, die das Kind erwirbt. Häufig waren die Kinder Späte Sprecher (Late Talker), die am 2. Geburtstag noch keine 50 Wörter gesprochen haben. Sie fallen durch einen eingeschränkten Wortschatz, eine verzögerte oder abweichende Grammatikentwicklung und oder Aussprachefehler in ihrer Mutter- bzw. Familiensprache auf.

Die Schwierigkeiten im Erwerb des Deutschen sind in vielerlei Hinsicht ähnlich wie bei deutschen Kindern mit SES. Allerdings gibt es auch eine gegenseitige Beeinflussung (Interferenzen) von Muttersprache und Zweitsprache, die den Erwerb bestimmter Strukturen erschweren oder erleichtern kann.

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